Wie erstelle ich eine erfolgreiche Recherche-Strategie?

Wenn eine längerwierige, komplexe Recherche ansteht, sollte man sich vorher zum Vorgehen Gedanken machen und das in mehreren Schritten. Der Beitrag zeigt anhand eines praktischen Beispiels, wie eine solche Recherche-Strategie aufgesetzt werden kann.

Schritt 1 – Recherchethema definieren

Angenommen Sie wollen für Ihren Marketing-Blog einen Beitrag schreiben. Dann sollten Sie zuerst das Thema und den Blickwinkel beschreiben, etwa so:

„Der Beitrag soll zeigen, mit welcher Motivation Internet-Nutzer Inhalte teilen und wie die Wahrscheinlichkeit erhöht werden kann, dass Inhalte viral gehen. Der Leser des Beitrags soll hinterher wissen, welche Mechanismen am Werk sind und wie er sie sich zunutze machen kann.“

Schritt 2 – Suchbegriffe ableiten

Die ersten Suchbegriffe sind nun zum Greifen nahe; denn die Formulierung des Informationsbedürfnisses dient bereits als Steinbruch. Kandidaten für die spätere Suche sind z. B. Motivation, Internet-Nutzer, teilen, Inhalt, viral. Zu diesen Wörtern suchen Sie nun Synonyme, Ober- und Unterbegriffe sowie fremdsprachige Begriffe:

  • Synonyme bringen u. U. neue Facetten in das Thema, weil sie nie ganz denselben Sinn wie das Ursprungswort haben.
  • Ober- und Unterbegriffe „zoomen“ aus dem Thema heraus oder in das Thema hinein.
  • Fremdsprachlich Begriffe können wichtig sein, weil zu vielen Themen gerade Literatur in englischer Sprache zuhauf vorliegt.

Um den begrifflichen Horizont zu erweitern, ist der Gebrauch von Wörterbüchern nützlich.

Wie bei Wikipedia (Link zum Beitrag im Wissenskurator) auch sind nutzergenerierte Inhalte schwierig einzuschätzen. Achten Sie bei der Suche nach Ihren Suchwörtern also darauf, wo Sie suchen und was Sie dort zu erwarten haben.

Schritt 3 – Suchbegriffe systematisieren

Um die Suchbegriffe zu systematisieren, empfehle ich eine „Wortliste“ zu verwenden. Die ist zwar eigentlich für eine wissenschaftliche Literaturrecherche konzipiert, funktioniert aber auch bei anderen komplexen Recherchen. Die mit Hilfe der Wörterbücher erstellte Wortliste könnte nun folgendermaßen aussehen:

Je nach Thema werden einzelne Felder eher gefüllt sein als andere – das liegt in der Natur der Sache. Sie entscheiden, welche Felder für Ihre Suche relevant sind.

Schritt 4 – Recherchieren und dokumentieren

Nun können Sie schauen, welche Suchbegriffskonstellationen sinnvolle Ergebnisse versprechen und damit recherchieren. Am Anfang steht die Suche mit den Ausgangsbegriffen aus der Themendefinition – so verschaffen Sie sich einen Eindruck davon, was es zu Ihrem Thema mit den Ihnen vertrauten Begriffen gibt. Das liefert zum Beispiel bei Google Treffer wie diese:

  • Virales Marketing: Warum andere deinen Content wirklich teilen
  • Social Sharing: 6 Gründe, warum User Euren Content teilen
  • Virales Marketing – Ready to go viral?
  • Epic Split: Wie man Nutzer zum Teilen bringt
  • Wie du einen Blogartikel schreibst, der sich viral verbreitet
  • 6 Tipps für virales Marketing: So verbreiten Sie Ihren Content optimal …

Das sind möglicherweise nicht nur gute Quellen für den späteren Beitrag, sondern die Treffer liefern auch neue Suchworte wie: social sharing, going viral, Blog(artikel).

Danach können Sie einen Ausgangsbegriff mit den Synonymen aus anderen Spalten kombinieren; der Vergleich beider Ergebnisseiten wird schon deutlich machen, welche weiteren Kombinationen zwischen den ersten Begriffen und den Synonymen sinnvoll sind. Ob Sie nun mit den Ober- und/oder Unterbegriffen weitermachen, hängt davon ab, ob die Ergebnisse bisher in eine zu enge oder zu weit gefasste Richtung tendieren. Wenn Sie auf Englisch oder in einer anderen Sprache suchen – achten Sie darauf, dass Sie alle Suchbegriffe, die Sie nutzen wollen, übersetzt haben.

Damit Sie dabei den Überblick behalten, hilft es, die Recherchen zu dokumentieren.

*) Suchort (Meta-)Suchmaschine, Datenbank (z.B. Mediathek, Verlagsdatenbank)

  • Das hat verschiedene Vorteile:
    Sie behalten den Überblick darüber, welche Kombinationen von Suchbegriffen erledigt sind.
  • Sie bekommen einen Überblick darüber, welche dieser Kombinationen besonders viele Ergebnisse erbracht haben.
  • Sie erkennen, wann die Recherche beendet ist, nämlich dann, wenn alle sinnvollen Kombinationen durchsucht wurden.
  • Arbeiten Sie mit anderen zusammen, können Sie sich auf diese Weise koordinieren.

Wie ausführlich Sie die Recherche dokumentieren wollen, hängt vor allem davon ab, ob Sie mit Anderen an der Recherche zusammenarbeiten. Dann sind ausführlichere Notizen in der jeweiligen Spalte sinnvoll sowie ein Referenzsystem, das die Treffer eindeutig identifiziert.

Auf den Punkt gebracht

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