Sechs Gründe, warum es heute noch wichtiger ist, in Owned Media zu investieren, als je zuvor

Viele Unternehmen verschwenden ihr Budget in Paid Media und verlieren dabei ihre eigenen Plattformen aus dem Blick. Nehmen wir als Beispiel einen T-Shirt Designer, der seine gesamte Strategie auf Instagram ausgerichtet hat. Im Moment scheint dies nicht verkehrt, denn er begeistert die Instagram-Gemeinde mit seinen Werken und er sammelt fleißig Likes & Follower. Seine T-Shirts verkauft er über eine E-Commerce-Plattform, auf der er die Designs hochlädt und selbst weder mit der Produktion, noch mit dem Versand zu tun hat. Wir erklären, warum eine solche Strategie brandgefährlich ist.

Vorab kurz erklärt: was sind Owned, Earned & Paid Media?

  • Owned Media: Das sind alle eigenen Kanäle des Unternehmens, wie die Webseite, Blog, Newsletter, Facebook-Seite, Instagram Account, etc.
  • Earned Media: Diese Inhalte sind mit Mund-zu-Mund-Propaganda zu vergleichen und bezeichnet die Form von Inhalten, die von Nutzern freiwillig erstellt werden, weil sie von Ihnen / Ihren Inhalten oder Leistungen sprechen. Das können z. B. Erwähnungen in Foren, Blog-Beiträgen oder Kommentaren sein.
  • Paid Media:  Jede Form von bezahlten Inhalten im Internet wird als Paid Media bezeichnet, darunter fallen klassische Banneranzeigen, Anzeigen in Social Media, Sponsored Posts durch Influencer, etc.

Grund Nr. 1: Speziell die Zukunft von Facebook steht unter einem schlechten Stern

Um Facebook steht es schon länger nicht besonders gut. Teens sind schon nicht mehr auf der Plattform aktiv, sie nutzen lieber Messenger, Instagram oder musical.ly. Zudem kämpft Facebook mit Hass-Kommentaren und Fake-News. Nun kommen erschwerend nach und nach Skandale dazu, die weitere Löcher in das sinkende Schiff reißen. Dazu zählt der Datenskandal mit der Firma Carmbridge Analytica, bei denen Daten von Rund 60 Millionen Profilen unautorisiert analysiert wurden und somit offensichtlich die Präsidentenwahl in den USA beeinflusst wurde (vgl. Facebook als Wahlhelfer). Die Solidarität mit Facebook nimmt also ab – sollte der aktuelle Trend anhalten, ist es eine Frage der Zeit, bis Facebook  irrelevant geworden ist. Eigene Erfahrungen zeigen, dass Anzeigen auf Facebook viele ausländische Likes & Follower einbringen, was an der Echtheit dieser Accounts zweifeln lässt. Sie müssen zugeben, dass Geld in ein solches Unternehmen zu investieren, indem man Werbeanzeigen schaltet ganz genau hinterfragt werden sollte.

Grund Nr. 2: Unabhängigkeit von Algorithmen

Jeder, der bereits aktiv in sozialen Netzwerken ist, kennt es – regelmäßig werden neue Algorithmen erschaffen. Auch unser T-Shirt Designer hat die Erfahrung gemacht: Vor der Einführung des Algorithmus auf Instagram war es deutlich einfacher an Follower und Likes zu kommen. 2016 kam dann die neue Sortierung des Newsfeeds in dem die Beiträge nach Relevanz oder für Geld angezeigt werden. Die Investition von Zeit und Geld in Ihre Webseite und Ihren Blog macht Sie unabhängig von diesen Algorithmen.

Grund Nr. 3: Kontrolle über Erscheinungsbild & Features

Ihre eigene Plattform können Sie komplett an Ihre bestehende Corporate Identity anpassen und sind nicht abhängig von vorgegebenen Maßen, Farben, Vorgaben, etc. Außerdem können Sie Ihre eigene Plattform stets um geeignete Features erweitern. Systeme wie WordPress bietet dafür einen riesigen Plugin Katalog an (ähnlich wie der App Store auf Smartphones) oder Sie lassen das gewünschte Feature für Ihre Webseite von einem Profi programmieren. Jedenfalls sind Sie auf Ihrer eigenen Plattform nicht davon abhängig, was fremde Anbieter Ihnen innerhalb ihres geschlossenen Systems zur Verfügung stellen. Sie können bestehende Inhalte miteinander verlinken, sofern sie thematisch passen und somit für eine längere Verweildauer sorgen.

Grund Nr. 4: Die Gewissheit, dass geschaffene Inhalte bestehen bleiben

Zurück zu Punkt 1: erinnern Sie sich an MySpace, StudiVZ & Co.? Auch wenn es damals für Firmen nicht die gleichen Werbemöglichkeiten gab, wie heute auf Facebook, Instagram und Snapchat, so zeigen diese Beispiele doch wunderbar, wie schnell einst große Plattformen von der Bildfläche verschwinden können. Für den Bestand Ihrer eigenen Webseite/ Ihres eigenen Blogs sind einzig und allein Sie zuständig und Sie laufen nicht Gefahr, dass die Arbeit, die Sie die letzten Jahre in Ihren Auftritt investiert haben, von heute auf Morgen nicht mehr da sind. Artikel, Seiten, Archive, Kommentare, Bewertungen, etc. bleiben wo sie sind, außer SIE entscheiden, dass sie verschwinden sollen.

Grund Nr. 5: SEO ist nicht tot

So lange es Suchmaschinen gibt, ist Suchmaschinenoptimierung auch nicht tot. Und auch wenn es eines Tages Facebook in seiner heutigen Form nicht mehr geben wird, so steht doch außer Frage, dass es Suchmaschinen weiterhin geben wird. Es lohnt sich daher, Inhalte für Ihre Owned Media zu erstellen und daher die wichtigsten SEO-Kriterien im Blick zu behalten (relevante Keywords, aktuelle Themen, Plugins zur Verbesserung der SEO, etc.).

Grund Nr. 6: Es gibt ständig neue Trends:

Aktuell sind Sprachassistenten wie Alexa ein heißes Thema. Statt sich aber nur auf die neusten Trends zu fokussieren und Inhalte einmalig nur auf einem einzigen Medium zu publizieren und zu bewerben, sollten Sie Ihren Fokus darauf legen, Inhalte zu erstellen, die sie für möglichst viele Plattformen unterschiedlich aufbereiten können.

Auf den Punkt gebracht

Statt Geld zu investieren, um in sozialen Medien gesehen zu werden, sollten Sie in erster Linie das Geld nehmen um relevante Inhalte für Ihre Zielgruppe zu schaffen und zwar auf Ihrer eigenen Plattform. Paid Media kann eine sinnvolle Ergänzung sein – allerdings werden hier die besten Ergebnisse erzielt, mit Inhalten, die auch organisch schon bei der Zielgruppe gut ankommen.  Zudem bringt Ihnen Owned Media mit der Sie Ihre Zielgruppe begeistern in der Regel automatisch auch Earned Media mit sich, d.h. die Nutzer werden über Sie reden und sie erhalten dadurch Reichweite. Das ist Gold wert!

Die wichtigsten Kriterien für Ihre Owned Media sollten sein:

  • Relevanz und Nützlichkeit für die Zielgruppe
  • Einzigartigkeit der Inhalte
  • Verständlichkeit
  • suchmaschinenoptimale Aufbereitung
  • Anpassung an Ihre Corporate Identity

Liebe Leser/in, uns würde interessieren, welche Erfahrung Sie zu diesem Thema gemacht haben: Sind Paid Media für Sie ein wichtiger Kanal um Einnahmen zu erzielen?

Weiterführender Hinweis:

Wie Sie mit Facebook-Gruppen Ihre Reichweite kostenlos steigern können, lesen Sie hier