Rechtsinhalte mit Schaubildern schnell erfassen

Wer nach rechtlichen Informationen sucht, findet sich häufig in Textwüsten wieder. Das lässt sich mit Schaubildern leicht ändern. Als visuelle Oasen bieten sie dem Leser nicht nur eine erfrischende Abwechslung, er versteht auch die Inhalte besser.

Vorteile von Schaubildern

Gute juristische Schaubilder machen Strukturen sichtbar und präsentieren dem Betrachter alles Wesentliche auf einen Blick. Er kann die Inhalte schnell aufnehmen, sie als Bild im Kopf speichern und sich schnell wieder in das visualisierte Thema hineinfinden, wenn er doch einmal etwas vergessen haben sollte. Zwar lässt sich mit visuellen Mitteln (Zwischenüberschriften, Absatzbildung, Aufzählungen, Fettdruck etc.) auch die schnelle Aufnahme von Textinformationen erleichtern, Strukturen kann ein Text jedoch immer nur linear darstellen. Der Leser muss sich die Zusammenhänge also Satz für Satz selbst erarbeiten.

Anschaulichkeit hilft nicht nur juristischen Laien

Ich entwickle Schaubilder zu rechtlichen Themen für verschiedene Informationsdienste des IWW Instituts, die sich vornehmlich an Ärzte, Physiotherapeuten, Arzthelfer und Apotheker richten. Aber auch für andere Zielgruppen bin ich bereits tätig geworden. Als beispielsweise die beschränkte Räumungsvollstreckung als neuer § 885a in die Zivilprozessordnung eingeführt wurde, mussten Juristen, Hausverwaltungen und Vermieter verstehen, inwiefern sich diese neue Variante der Zwangsvollstreckung von der klassischen Räumungsvollstreckung unterscheidet. Im Auftrag des IWW Instituts entstand damals das folgende Schaubild für den Informationsdienst „Mietrecht kompakt“:

Klassische und beschränkte Räumungsvollstreckung im Vergleich

Klassische und beschränkte Räumungsvollstreckung im Vergleich

In der mittleren Spalte kann der Betrachter den Ablauf des Vollstreckungsverfahrens nachvollziehen. Rechts und links davon werden die Besonderheiten der klassischen und beschränkten Räumungsvollstreckung benannt. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass auf einen Blick nachvollziehbar ist, an welchen Punkten des Verfahrens sich beide Vollstreckungsarten unterscheiden. Auch wird deutlich, dass ein wesentlicher Unterschied darin besteht, wer für Sachen des Mieters verantwortlich ist, die nicht Gegenstand der Vollstreckung sind und die der Mieter nicht selbst wegschafft (oranger Kasten in der Mitte unten). Bei der klassischen Räumungsvollstreckung ist der Gerichtsvollzieher hierfür zuständig, bei der beschränkten Räumungsvollstreckung der Vermieter.

Der Zeitaufwand für das in PowerPoint erstellte Schaubild betrug sechs Stunden. Veröffentlicht wurde es in Ergänzung zu einem Fachtext.

Schaubilder sind Texten in mancher Hinsicht überlegen. Texte wiederum haben Fähigkeiten, die Bilder nicht mitbringen. So bieten sie z. B. Platz für Details und die Möglichkeit der Argumentation und Differenzierung. Optimal ist es, wenn der Leser von den Vorzügen beider Medien profitieren kann. Kombinationen aus Text und Schaubild sind deshalb für ihn besonders wertvoll.

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