Müssen Sie eigentlich auf jeder Social-Media-Party tanzen?

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Bevor Sie los surfen und Social Media Profile in allen Netzwerken einrichten, die Ihnen bekannt sind, machen Sie sich bitte eins bewusst: Ein Social Media Profil, bedeutet Verantwortung. Es will gepflegt und umsorgt werden. Die Verantwortung für ein Social Media Profil zu übernehmen kostet Zeit. Erfolgreich in sozialen Medien werden Sie nicht, indem Sie auf jeden Kanal den gleichen Inhalt streuen. Jedes Netzwerk hat seine eigene Mentalität!

Wir zeigen Ihnen daher heute, wie sich die großen Netzwerke unterscheiden und welches Netzwerk für Sie die richtige Tanzfläche sein kann:

Facebook: Die Mutter aller Netzwerke. Hier ist das Teilen von Videos, Links, Bildern und Texten gleichermaßen möglich. Die Zielgruppe beschränkt sich hier jedoch eher auf 25+, denn obwohl Jugendliche oftmals einen Account besitzen, weil jeder einen hat, sind sie dort nicht/wenig aktiv. Des Weiteren möchte Facebook für Reichweite mehr und mehr Geld, sodass es eine große Herausforderung ist, überhaupt im Newsstream der Fans zu erscheinen. Facebook ist also die Familienfeier unter den sozialen Netzwerken.

Twitter: Ein Kurznachrichtendienst, bei dem Ihre Nachricht sich auf 140 Zeichen beschränkt. Hier finden Sie ein vornehmlich technisch versiertes Publikum, ebenfalls eher im Alter 25+. Hier geht es weniger darum, sich mit Freunden zu verbinden, sondern darum Neuigkeiten über aktuelles Zeitgeschehen, in Form von Links zu teilen. Da es bei Twitter im Gegenteil zu Facebook keine Klarnamenpflicht gibt, äußern sich Nutzer hier auch eher über politische / intime Ansichten als in anderen sozialen Netzwerken. Twitter ist die Szeneparty unter den sozialen Netzwerken.

Snapchat: Ein relativ junger Dienst, der jedoch in Deutschland auch immer bekannter wird. Vor allem unter Jugendlichen (unter 18), ist ein regelrechter Hype ausgebrochen. Es werden kurze Videos, Nachrichten oder Bilder verschickt, die sich nach dem Ansehen von selbst zerstören. Diese Unverbindlichkeit löst einen gewissen Reiz aus, denn hier ist es nicht nötig sich besonders hübsch zu inszenieren oder Inhalte zu schaffen die dauerhaft bestehen bleiben. Durch die “Story” Funktion können Sie Inhalte an all Ihre Follower senden. Im Gegensatz zu privaten Nachrichten bleiben Inhalte im Storymodus für 24 Stunden abrufbar, bevor sie sich selbst zerstören. Snapchat ist die ausgelassene Party, auf der alle Spaß haben… bis zum Filmriss.

Randnotiz: die Kategoresierung in Art der „Party“, der sozialen Netzwerke, ist natürlich rein subjektiv und mit einem Augenzwinkern zu sehen.

Pinterest: Ist weniger als ein soziales Netzwerk zu verstehen, da es hier nicht um den direkten Austausch oder um die Personen hinter den Accounts geht. Pinterest ist wohl eher als sozialer, visueller Lesezeichen Service zu verstehen. Auch wenn immer mehr Männer den Service für sich entdecken, ist der Großteil der Nutzer immer noch weiblich. Die Hauptthemen auf Pinterest sind Food, DIY und Mode. Die Nutzer legen Wert auf eine hohe Qualität der Bilder, d.h. sie müssen visuell sehr ansprechend sein. Unter Jugendlichen (< 18) findet Pinterest kaum Beachtung. Pinterest ist die Vernissage unter den sozialen Netzwerken.

Instagram: Soziales Fotonetzwerk. Um wirklich erfolgreich zu sein, müssen die Fotos qualitativ sehr hochwertig sein und es muss regelmäßig gepostet werden. Topthemen auf der Plattform sind Food, Reisen und Fitness. Instagram ist momentan noch werbefrei und wird tendenziell von einer jüngeren Zielgruppe (< 30) genutzt, da die eignen Eltern/Verwandten die Plattform noch nicht nutzen. Instagram ist die etwas intimere Party, auf der gut gegessen und in schicken Klamotten gefeiert wird.

LinkedIn & Xing: Die beiden Netzwerke sind die äußerst seriösen Brüder der anderen Netzwerke. Hier zeigt man seine Expertise, seinen Lebenslauf, seine Berufserfahrung und sammelt Kontakte. Das eigene Expertenwissen kann man in zahlreichen Communities oder in seinem Newsstream beweisen kann. Während Xing fast jeder hat (aber nicht nutzt), ist LinkedIn gerade erst dabei in Deutschland bekannter zu werden. Die Zielgruppe auf beiden Plattformen ist über 25. LinkendIn & Xing sind die seriösen Firmenfeiern.

YouTube: Bevor Sie mit YouTube beginnen, sollten Sie sich fragen: sind meine Inhalte geeignet um sie in Bewegtbild zu zeigen? Besonders erfolgreich sind sogenannte Lets plays (also YouTuber die sich selbst beim Zocken filmen), Fitnessvideos und vor allem Beautyvideos. Die Zielgruppe der besonders großen YouTuber ist sehr jung (unter 16). Allerdings bietet YouTube die Funktion, die Videos auf der eignen Plattform einzubinden, wodurch Sie die Möglichkeit haben Ihre Zielgruppe direkt zu erreichen. YouTube ist der Filme- & Spieleabend unter den sozialen Netzwerken. 

Tumblr: Bei Tumblr handelt es sich um einen Blogging Dienst mit dahinter angeschlossener Community. Die Nutzer sind zwischen 16 und 34 Jahre alt und nutzen den Dienst hauptsächlich um sich durch Fotos, die sie aus der Community teilen, auszudrücken. Aber auch Gedichte, Liedtexte, etc. werden dort gerne geteilt. Während die Inhalte auf Instagram und Pinterest optisch hochwertig sein müssen, müssen sie auf Tumblr Emotionen berühren (wobei eine ansprechende Optik dabei natürlich nicht schaden kann). Sollten Sie also emotionale Themen bedienen können, lohnt sich ein Blick auf das Netzwerk. Alternativ können Sie Tumblr als reine Blogging Plattform verwenden, allerdings werden Sie mit eher nüchternen Inhalten, nicht von der Community profitieren. Tumblr ist die Stickerparty unter den sozialen Netzwerken.

Periscope: Bei Periscope handelt es sich um eine Live Streaming App und gehört zu den größten Trends im Bereich des mobile Journalismus. Periscope ermöglicht es, den Zuschauern an Veranstaltungen oder Erlebnissen des Publishers live teilzunehmen. Da Periscope zu Twitter gehört und allein für die Anmeldung bereits ein Twitter Account nötig ist, ist die Zielgruppe auch ähnlich wie auf Twitter. Vorteil: Wer sich bereits Reichweite auf Twitter aufgebaut hat, kann diese natürlich automatisch für Periscope nutzen. Periscope ist das Live Konzert unter den sozialen Netzwerken.

Auf den Punkt gebracht.

Bevor Sie sich für eine Party entscheiden, prüfen Sie, ob sich Ihre Zielgruppe überhaupt in diesem Medium befindet und ob Sie genügend zeitliche Ressourcen freischaufeln können, um diese auch zu bedienen. Denn ein ungepflegtes Profil, macht im Zweifel ein deutlich schlechteren Eindruck, als bewusst kein Profil in diesem Netzwerk zu haben! Im Zweifel ziehen Sie Experten zurate und lassen sich bei der Entwicklung einer Strategie helfen. Denn eins ist klar: die sozialen Medien bieten Ihnen/Ihrem beruflichen Erfolg große Chancen — wenn Sie es richtig machen!

Jetzt Checkliste herunterladen:
Für welches soziale Netzwerk sollen Sie sich entscheiden?download_wissenskurator

Weiterführender Artikel: Should you be on Ello, Snapchat or Vine? 

PS. folgen Sie uns auf Twitter oder Facebook!

2 Kommentare

  1. Genau über dieses Thema gab es vor kurzem einen Austausch unter Bloggern. Mit dem Fazit, dass die Generation 30+ eher Facebook, Twitter und Instagram nutzt. Ärgerlich ist bei Instagram, dass immer mehr Werbung angezeigt wird.

  2. Sehr gute Zusammenfassung und mit einigen Diensten wie Snapchat oder Pinterest habe ich mich noch nicht näher auseinandergesetzt. Das Fazit kann ich nur unterschreiben. Ich finde es weitaus nachteiliger für ein Unternehmen, eine ungepflegte Fanseite zu haben und öffentliche Anfragen unbeantwortet zu lassen als gar keinen sozialen Kanal zu bedienen. Oft wird die Arbeit glaube ich auch unterschätzt, die nötig ist, um die Kanäle täglich auf dem neuesten Stand zu halten. Daher glaube ich, dass es für Unternehmen sinnvoller ist, sich lieber richtig um ein oder zwei soziale Kanäle zu kümmern, anstatt halbherzig überall mitzumischen.

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