Die Heldenreise – so nehmen Sie Ihre Kunden/Mandanten mit!

Heldenreise

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, was es mit all den Helden auf sich hat, die uns neuerdings im Internet vor die Maus laufen: Bloghelden, Zahlenhelden, Buchhaltungshelden, Podcasthelden … ? Das Helden-Virus scheint ausgebrochen zu sein. Doch was steckt hinter der Epidemie? Die Wiederentdeckung eines Klassikers.

Die Heldenreise – ein uraltes Erzählprinzip

Joseph Campbell, ein amerikanischer Mythenforscher, gilt als Entdecker der Heldenreise, einem erzählerischen Grundmuster, das bereits Naturvölker nutzten, um Wissen zu transportieren. Er identifizierte dabei 17 typische Stufen (häufig auch zu 12 Stufen zusammengefasst), die der Held durchlaufen muss.

Die Heldenreise liegt unter sehr bekannten Geschichten, wie z. B. der Odyssee, den Evangelien, der Trilogie „Der Herr der Ringe“ oder den Harry-Potter-Büchern. George Lucas verwendete sie für Star Wars und Christopher Vogler setzte mit der Heldenreise viele erfolgreiche Disney-Produktionen um.

Die Etappen der Heldenreise

Das Grundprinzip ist schnell erzählt. Der Protagonist bricht oft aus der gewohnten Welt auf, um sich – angeleitet von einem Mentor – seinen Ängsten und Gefahren zu stellen. Nach kleineren Prüfungen ist er dann gerüstet, um in den entscheidenden Kampf zu ziehen und zu siegen. In vielen Geschichten erhält er an dieser Stelle eine Belohnung. Er kehrt, von dem Erlebten verändert, in seine alte Welt zurück.

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„Schön und gut – aber funktioniert das denn auch im geschäftlichen Kontext?“

Ja, denn die Heldenreise ist im geschäftlichen Kontext vielseitig einsetzbar. Sie kann verwendet werden, um

  • die Unternehmensgeschichte zu erzählen,
  • ein Produkt emotional zu verkaufen,
  • den Mitarbeitern die Notwendigkeit von Veränderungen deutlich zu machen,
  • eine Geschäftsidee vorzustellen und, und, und.

Wer die Heldenreise wählt, erweitert gleichzeitig den Deutungsraum.

Hier ist ein einfaches Beispiel: Sie wollen ein Produkt verkaufen. Sie könnten nun erzählen, wie toll das Produkt ist, Welche Vorteile es bietet und was für ein beeindruckender Hersteller mit höchsten Qualitätsansprüchen Sie sind. Werden Sie so den Kunden überzeugen? Schließlich muss er Ihnen das alles glauben. Sie können aber auch einen Kunden exemplarisch herausgreifen, seine Not schildern und zeigen, wie das Produkt das Problem löst. Geht es nun darum, die Geschichte zu glauben? Nein, es ist ja eine Geschichte. Stattdessen erreichen Sie, dass Ihr Adressat die Geschichte mit der eigenen Situation abgleicht und sich fragt: Könnte das auch eine Lösung für mich sein? Sie sind also mit Ihrem Kunden einen Schritt weiter.

Google hat dies mit einem sehr warmherzigen Humor in seiner Werbung für das Nexus 7 um gesetzt:

Auf den Punkt gebracht

Ein Held allein macht noch keine gute Geschichte. Hier sind drei einfache Schritte, die Ihnen beim Erzählen helfen:

  • Schritt 1: Denken Sie die Geschichte vom Ende her. Was soll am Schluss anders sein als am Anfang?
  • Schritt 2: Welche Struktur(elemente) hat die Geschichte? Wer sind die Handlungsträger? Mit wem soll sich der Kunde identifizieren? Wie viele Stufen hat der Aufbau? Welches Element löst die Spannung aus (oftmals ist es ein Konflikt)? Bedenken Sie: In der Geschichte muss nicht jede der zwölf Stufen vorkommen. Manchmal fehlt z.B. der Mentor. Auch muss nicht jede Stufe den gleichen Raum zugebilligt bekommen. Häufig wird die Rückkehr z.B. recht kurz abgehandelt. Im Film ist die Rückkehr sogar häufig nur ein Schnitt zwischen zwei Szenen.
  • Schritt 3: Welche Botschaft soll der Adressat der Geschichte am Ende mitnehmen?

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