Heike Baller gibt Seminare rund um Recherche. Sie arbeitet seit Mitte der 90er als freiberufliche Rechercheurin.

Alle Artikel vonHeike Baller

Literaturrecherche – nicht ohne Katalog

Literaturrecherche ist gedanklich für die meisten einfach mit Universität verknüpft – während des Studiums, aber auch für Forschung und Lehre ist sie unerlässlich. Die Zettelkataloge sind in Form von OPACs (online public accessable catalogue) ins WWW gewandert und müssen sich dort harter Konkurrenz stellen. In erster Linie den Suchmaschinen, der Wikipedia oder kommerziellen Buchanbietern . Auch im Berufsleben fällt Literaturrecherche an: in den Abteilungen „Forschung und Entwicklung“ großer oder kleiner Firmen oder in medizinischen Praxen aller Art. Auch in diesen Bereichen ist die Zuverlässigkeit der Ergebnisse wichtig. Deshalb sollte Literaturrecherche meiner Meinung nach – nach einem möglichen ersten Überblick per Suchmaschine oder Buchhändler – in Katalogen stattfinden.

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Google Scholar und die Literaturrecherche

Google Scholar bietet eine eingängige Form der Literaturrecherche an – sie wirkt intuitiv, ist verwandt mit Google und deshalb den meisten vertraut. Außerdem findet man häufig Treffer, auf die man direkt zugreifen kann. Das alles macht Google Scholar attraktiv. Jetzt kommt das Aber: Für eine gründliche Recherche reicht Google Scholar nicht aus. Und das nicht nur, weil es sich sowieso empfiehlt, mehrere Quellen anzuzapfen. Google Scholar ist eine Hybrid-Suchmaschine. Der zweite Teil des Wortes entlarvt das Problem: Es ist kein Katalog!

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Sieben auf einen Streich – Metasuchmaschinen

Suchmaschinen sind immer nur so gut wie ihre Indizes. Metasuchmaschinen durchsuchen gleichzeitig mehrere Suchmaschinen und gleichen so – zumindest theoretisch – diesen Nachteil aus. Die Auswahl der Suchmaschinen im Hintergrund liegt dabei meistens fest. Bei der Metasuchmaschine Metager können Sie die Zusammenstellung ändern. Metasuchmaschinen bieten bei der Nutzung von Befehlen weniger Möglichkeiten als Einzelsuchmaschinen. Dafür können Sie sich mit ihnen einen Überblick verschaffen. Um ein Thema kennenzulernen, kann eine erste Erkundung mit einer Metasuchmaschine hilfreich sein. Weiterlesen

Wie Sie noch mehr Wissen aus Wikipedia herausholen

Die meisten treffen auf der Trefferseite von Google auch auf das Ergebnis bei Wikipedia. Aber auch Wikipedia bietet eine eigene Suchmaschine an. Was die wenigsten schon mal ausprobiert haben dürften, ist die erweiterte Suche von Wikipedia. Auch in scheinbar „hilflosen“ Fällen lassen sich so doch noch eine Menge Informationen gewinnen.

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Blog, Vlog, Podacst, Forum als Informationsquellen nutzen

Wenn Sie aktuell etwas im Internet suchen, verweisen Suchmaschinen Sie oft schon auf relevante Blog- oder Forumsbeiträge. Gerade für Spezialfragen bergen diese oft eine Fülle an Informationen – denken Sie nur an all die „Special-interest-Blogs“ zu technischen Geräten, Gesundheitsfragen oder Lebensführung. Aber wie sieht das mit der Vollständigkeit aus? Werden alle Beiträge zu Ihrem Thema dort abgerufen? Sicher ist das nicht. Denn Suchmaschinen können nie das ganze Netz abbilden. Deshalb sollten Sie selbst aktiv werden. Suchen Sie sich „Ihre“ Quellen.

Blogs und Artverwandtes.

Wenn Sie ein Blog, einen Videokanal (wenn die wie Blogs funktionieren, heißen sie „Vlogs“) oder eine andere Informationsquelle gefunden haben, auf der regelmäßig neue Inhalte publiziert werden, testen Sie erst einmal, ob die Informationen verlässlich sind:

  • Suchen Sie Informationen zu den Menschen, die dahinter stehen, die dort schreiben, etwas zeigen oder diskutieren.
  • Schauen oder hören Sie sich Beiträge zu Themen an, bei denen Sie sich gut auskennen – so können Sie an Beispielen die Qualität testen.

Wenn Sie dann feststellen, dass Sie sich hier weiterhin informieren wollen, können Sie das je nach Art auf unterschiedliche Weise tun:

  • Blogs, Videokanäle und Podcasts können Sie in der Regel abonnieren; Sie erhalten dann bei jeder neuen Veröffentlichung eine Nachricht, meist per Mail.
  • RSS-Feeds funktionieren ähnlich – jede neue Publikation wird angezeigt; Sie können hier aber entscheiden, ob Sie das in Ihr E-Mail-Fach bekommen oder mit einem Feedreader lesen.
  • Sie können bei Videoplattformen wie Youtube, Dailymotion oder Vimeo (kostenpflichtig) die Videokanäle abonnieren, von denen Sie sich verlässliche Informationen versprechen.
  • Podcatcher heißen die Anbieter, bei denen Sie Podcasts suchen und abonnieren können – AntennaPod, itunes oder gPodder haben Listen von Podcasts zu Themenbereichen, aus denen Sie „Ihre“ Podcasts wählen können.

Foren

Foren sind anders gestrickt. Hier kann es hilfreich sein, der Community beizutreten. Das gilt besonders für Fachforen – die einfachen „FragMutti“- oder „GuteFrage“-Foren sind eher etwas für die schnelle Info zwischendurch. Grundsätzlich gilt aber: Foren beruhen auf Gegenseitigkeit. Bei Fachforen entwickeln sich da oft lebhafte Diskussionen zu einzelnen Punkten und alle profitieren vom Wissen aller. Neben dem Informationsinput haben Foren noch einen weiteren Vorteil: Sie können hier eigene Ideen zur Diskussion stellen, können konkrete Fragen stellen. Um herauszufinden, ob es sich um ein Forum mit tatsächlich ausreichend hohem Anspruch für Ihr Anliegen handelt, können Sie analog zum oben Beschriebenen einzelnen Mitgliedern hinterherrecherchieren – die Fragen dazu:

  • Gibt es im Forum eine „Hierarchisierung“ der Diskutantinnen und Diskutanten?
  • Wer gilt als verlässlich? Bei manchen Foren gibt es „Auszeichnungen“ – für lange Mitgliedschaft, für besonders viele oder besonders gute Antworten – das variiert.
  • Wie präsentieren sich die Moderatorinnen oder Admins – kennen sie sich aus, können sie bei Diskussionen dafür sorgen, dass die Regeln des Forums auch eingehalten werden, wenn die Wogen hoch gehen?
  • Gibt es Klarnamen oder andere Hinweise, aus denen Sie erkennen können, wer da schreibt? Dann können Sie Einzelnen nachrercherchieren, um die Qualifikation zu checken. (Besonders bei Fachforen können Sie das meist erst nach einer Registrierung sehen.)

Foren gehören in den Bereich, wo als erste Regel der „Netiquette“ gilt: „First give, than take“ – sie sind kein schnelles Angebot, sondern im Idealfall eine dauerhafte Quelle für Informationen und Austausch. Vergessen Sie also nicht, sich einzubringen und z. B. auch Fragen zu beantworten.

Wie kommt man diese Art der Quellen?

Um gute Blogs, Vlogs, Foren oder Podcasts zu finden, müssen Sie erst einmal recherchieren. Beschreiben Sie Ihr Thema möglichst präzise mit den Kernbegriffen und deren Synonymen, kombinieren Sie sie und schauen Sie, ob unter den Ergebnissen derartige Informationsquellen sind, die Sie dann checken.

Sie können auch hingehen und bei vielen Suchmaschinen gezielt „Video“ als Suchort angeben, z. B. bei Bing, Google, Qwant und Ecosia. Sie können Ihr Thema allgemeiner in der Suche fassen und dann zusätzlich auch die Wörter Blog, Vlog, Podcast oder Videokanal nutzen. Interessieren Sich sich z. B. für die Geschehnisse rund um den ersten Weltkrieg, können Sie auch Suchwörter wie „Geschichte“ oder „frühes 20. Jahrhundert“ verwenden – Historikerforen decken in ihren Unterabteilungen solche Themen ab.

Um von diesen Informationsangeboten zu profitieren, benötigen Sie Zeit – fürs Kennenlernen und Checken, fürs Sich-selber-Einbringen. Für längerfristige Projekte oder für Fragen die in Ihrem Berufsalltag immer wieder auftauchen, können sie auf lange Sicht aber doch die schnelle Lösung sein, weil Sie wissen, wo Sie nachschauen oder fragen können und die Qualität der Quelle kennen.

Auf den Punkt gebracht

  • Für Ihr Thema nach Blog, Vlog, Podcast oder Forum suchen – nutzen Sie die passenden Suchbegriffe und dann die Publikationsart, also „Video“, Podcast“ oder „Blog“.
  • Das Angebot des Kanals checken – teils durch eigenes Fachwissen, teils durch Recherche zu den Urhebern und Urheberinnen.
  • Passt es inhaltlich – abonnieren, per Feed oder Mail-Abonnement.
  • Bei Foren: Diskussionen nachlesen und die Menschen „kennenlernen“.
  • Einzelne Leute checken: Gibt es Infos zu Fachkenntnis, gibt es Klarnamen, um außerhalb des Forums zu recherchieren?
  • Selber Fachforum beitreten und dran denken: First give, than take.

Recherchestrategie – Abwechslung bei der Suchmaschine empfohlen

Nutzen Sie auch immer „Ihre“ Suchmaschine? Und ist das meist Google? Wenn Sie beides mit „ja“ beantworten, stehen Sie nicht allein. Vieles spricht für Google, in erster Linie, die schier unfassbare Menge Daten, die dort im Index sind. Der Index ist nämlich einer der Hauptgründe, die Suchen erfolgreich oder weniger erfolgreich aussehen lassen. Je mehr Websites und Seiten in einem Index registriert sind, desto besser die Treffer. So die einfache Rechnung. Die stimmt – und auch wieder nicht ganz; andere Faktoren beeinflussen die Ergebnisse ebenfalls. Außerdem gibt es ja noch andere Suchmaschinen. Einige davon greifen auf den Google-Index zurück, andere haben einen eigenen.

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Recherchieren kommt vor kuratieren – Einfache Suchtechniken, um die Websuche mit Google zu verbessern

Google hat nicht nur das Suchfeld („Briefkastenschlitz“) auf der Startseite, sondern auch eine ausgefeilte erweiterte Suche. Mit ihr lässt sich der Suchraum beschreiben, innerhalb dessen Google suchen soll, z. B. auf Treffer aus einem bestimmten Land oder eines bestimmten Dateityps. Das kann die Trefferliste erheblich verbessern.

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Wie kann ich feststellen, ob ein Wikipedia-Beitrag belastbares Wissen enthält?

2014 warnte Jimmy Wales, einer der beiden Wikipedia-Gründer, Studierende davor, aus Wikipedia zu zitieren. Das offene Prinzip führt eben auch zu falschen Informationen und im schlimmsten Fall zu Missbrauch. Dennoch, (wir) alle – und nicht nur Schüler*innen und Studierende – greifen auf Wikipedia für die schnelle Information zurück. In diesem Beitrag möchte ich Hinweise darauf geben, wie man als Nutzer*in die Qualität von Wikipedia-Beiträgen zumindest kursorisch einschätzen kann.

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Recherchieren kommt vor kuratieren – Google Trefferlisten mit Boole‘schen Operatoren eingrenzen

Inzwischen ist vielen klar, dass die Ein-Wort-Suche bei Google zu viele irrelevante Treffer bringt. Deshalb geben sie mindestens zwei Suchbegriffe ein. Damit nutzen sie – meist unbewusst – den Boole’schen Operator AND, der bei Google voreingestellt ist. Das löst das Problem ellenlanger Trefferlisten allerdings auch nicht. Zum Glück gibt es weitere Boole‘sche Operatoren, die das Suchergebnis im Sinne der Suchenden einschränken. In diesem Beitrag erfahren Sie wie Sie diese Operatoren erfolgreich einsetzen.

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