5 Gründe für Healthcare-Unternehmen, ein Corporate Blog zu starten

Digitales Marketing lebt von Inhalten. Viele Unternehmen lassen sich jedoch nach wie vor Zeit, ihre Unternehmensinhalte digital zu kommunizieren, besonders im Gesundheitswesen. Was Marketingabteilungen von Healthcare-Unternehmen, die darüber nachdenken, ein Corporate Blog in die Unternehmenskommunikation zu integrieren, beachten sollten, fasst dieser Beitrag zusammen. Ganz am Anfang der Strategieplanung stehen Überlegungen darüber, was ein Corporate Blog eigentlich leisten kann.  

1. Grund: Publizistische Unabhängigkeit

Pressearbeit wird mit einem Unternehmensblog nicht überflüssig, aber sie wird leichter. Denn waren im Offline-Zeitalter Unternehmen davon abhängig, dass Redaktionen ihre Inhalte für relevant hielten, sind sie jetzt in der Lage, ihre eigenen Publikationskanäle zu füllen. Corporate Publishing eröffnet dafür schon lange vielfältige Möglichkeiten und Corporate Blogs erweitern den Spielraum hin zur digitalen Kommunikation und zum Contentmarketing.

Es gab eine Zeit, da dachte man, mit Facebook hätte man einen idealen Ort für den digitalen Unternehmensauftritt. Viele Unternehmen nutzen das soziale Netzwerk, um Aufmerksamkeit und Reichweite zu erzeugen und um Gespräche mit ihrer Community zu führen. Spätestens seit der neuesten Änderung des Newsfeeds, der dazu führt, dass redaktionelle Inhalte und Neuigkeiten von Facebook-Pages weniger eingespeist werden als die Nachrichten der persönlichen Kontakte, verliert Facebook als Reichweitentreiber an Bedeutung.

Dem drohenden Sichtbarkeitsverlust begegnen viele Betreiber von Pages damit, dass sie Facebookgruppen beitreten oder welche gründen. Damit lässt sich der direkte Kontakt zu Interessierten gut pflegen. Allerdings setzt das voraus, dass man mit einem persönlichen Profil auftritt. Mitarbeiter der Unternehmen müssen dann dafür gewonnen und geschult werden. Denn diese Zwittertätigkeit – Mitarbeiter wollen ihr privates Profil vielleicht nicht noch als Aushängeschild für das Unternehmen bereitstellen – kann dazu führen, dass Interessenskonflikte auftreten. Diese Lösung bietet sich sicher nicht für jedes Unternehmen an – abhängig von der Unternehmenskultur und der Mitarbeiterführung.

Durch die Änderungen bei Facebook zeigt sich aber auch: Was man für die digitale Unternehmenskommunikation vor allem braucht, sind gute Themen und publizistisches Know-how. Dann wird es auch bei Facebook und Co. leichter. Und erst recht mit der Presse. Ein Corporate Blog bietet den eigenen Themen ein echtes Zuhause und Besucher des Blogs bekommen einen Eindruck davon, welche Qualitäten Sie als Gastgeber haben. Das Beste ist aber: Sie können Ihren Besuchersalon aka Blog so gestalten, dass die Persönlichkeit Ihres Unternehmens sichtbar wird.

2. Grund: Agendasetting

Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft haben eine Fülle von Themen und Geschichten zu bieten. Das ist ein immenser Vorteil, den die Branche hat, denn Menschen suchen im Internet besonders häufig nach Gesundheitsinformationen. Laut der E-Patienten Studie 2014 nutzen 80 Prozent aller Onliner in westlichen Industrieländern das Internet zur Information über Gesundheitsthemen. Das entspricht in Deutschland einer Zahl von circa 40 Millionen Menschen.

Berücksichtigt man nun, dass sich das Suchverhalten im Laufe einer Suche verändert, kann man davon ausgehen, dass Unternehmen, die Lösungen für gesundheitliche Fragen anbieten, als Marke mit spezifischer Gesundheitskompetenz wahrgenommen werden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass bei den nachfolgenden Suchanfragen markenbezogener gesucht wird. Die Marke wird also gestärkt, indem man den Nutzern (und Suchmaschinen) nutzwertige Inhalte anbietet. Das nennt man Spillover-Effekt.

Healthcare-Unternehmen können sich diesen Effekt zunutze machen und Antworten liefern auf die Fragen ihrer Zielgruppen. Dieses Wissen und die Themen und Geschichten, die sich rund um ihre Produkte ranken, können einen Platz im Blog finden.

3. Grund: Reputation und Vertrauen

Menschen sehen die Rolle von Healthcare-Unternehmen oft kritisch. Das ändert sich dann besonders nachhaltig, wenn sie selbst zu Patienten werden und feststellen, dass Medizinprodukte, Therapiegeräte und Hilfsmittel medizinische Fachleute in die Lage versetzen, besser zu helfen. Wenn sich die Lebensqualität verbessern lässt, ist das insbesondere für chronisch kranke Menschen ein Meilenstein. Gerade dort, wo Heilung nicht möglich ist und durch den Wunsch nach mehr Lebensqualität ersetzt wird, sind eine längerfristige Betreuung und aktuelles Know-how besonders gefragt.

In Healthcare-Unternehmen arbeiten viele Experten, die einen wichtigen Beitrag zum Therapieerfolg leisten. Wenn diese Mitarbeiter einen Ort haben, an dem ihr Wissen für das Unternehmen sprechen kann, wirkt das vertrauensbildend. Ein Corporate Blog, das sich den Themen Forschung und Innovation, Expertenwissen und interdisziplinäre Zusammenarbeit widmet, kann im Internet punkten – besonders dann, wenn es eine Sprache pflegt, die von den Zielgruppen gesprochen wird.

4. Grund: Wissensmanagement

Die unternehmenseigenen Themen sind für Patienten, Kunden und Partner interessant. Mit einem Themenblog, das Spezialwissen nutzt, um den Wert der eigenen Leistung greifbarer zu machen, erreichen Healthcare-Unternehmen jedoch nicht nur Menschen außerhalb des Unternehmens, sondern verbessern ganz nebenbei die interne Kommunikation.

Abteilungen präsentieren sich und ihre Inhalte nicht nur nach außen, sondern machen ihre Arbeit auch innerhalb des Unternehmens transparent. Ein Corporate Blog kann somit zur Verbesserung der internen Kommunikationskultur beitragen, denn für Blogbeiträge ist häufig eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit nötig. Darüber hinaus kann die Blogredaktion für Anlässe zur Zusammenarbeit sorgen, wenn sie sich auf die Suche nach erzählenswerten Geschichten macht. Das Corporate Blog erfüllt damit auch die Funktion eines Wiki – je nachdem wie sehr das Unternehmen bereit ist, Wissen zu teilen.

5. Grund: Sichtbarkeit und Dialog

Das Wissen und die Mitarbeiter werden mit einem Unternehmensblog sichtbarer, die Themen und Anlässe für Gespräche mit Interessierten kann das Unternehmen selbst steuern. Damit werden Gesprächsangebote gemacht, die in erster Linie auf der eigenen Website des Unternehmens stattfinden sollen.

Digitale Kommunikation darf sich nicht durch Kanaldenken einschränken lassen. Die Inhalte eines Corporate Blogs sind eine gute Grundlage, von der aus sich Inhalte für soziale Netzwerke erstellen lassen.

Die Inhalte des Corporate Blogs müssen in unterschiedlichen Settings funktionieren. Funktionieren heißt: Sie müssen für das Healthcare-Unternehmen positive Gesprächsanlässe erzeugen. Das sollte man bereits bei der Planung und Erstellung der Beiträge im Auge haben. Und stets die Frage berücksichtigen: Wie kann man das eigene Thema so inszenieren, dass es Patienten, Kunden und Partnern Nutzen bringt und sie sich gerne damit befassen? So signalisiert man der Internettechnik: „Meine Inhalte sind relevant. Liste meine Seite bei den Suchanfragen ruhig ganz oben.“

Auf den Punkt gebracht

Ein Unternehmensblog kann dazu beitragen, Interessenten auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen, sie zu informieren und somit Vertrauen aufzubauen. Vorteil eines eigenen Blogs ist, dass die Inhalte unabhängig von den Regeln sozialer Netzwerke funktionieren und als Grundlage für die Social-Media-Strategie dienen können. Dabei wirkt ein Blog nicht nur nach außen, sondern kann auch die interne Unternehmenskommunikation verbessern, indem es abteilungsübergreifendes fördert. Wichtig dafür ist eine Strategie, die zum Unternehmen passt. Healthcare-Unternehmen können ein Blog auch dazu nutzen, ihre spezifischen Gesundheitslösungen in der Praxis vorzustellen, zum Beispiel durch Anwenderberichte und Erfolgsgeschichten.

 

 

 

 

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