So finden Sie das Storytelling, das zu Ihnen passt!

Schweinderl

Wenn Sie mithilfe von Storytelling Ihr Unternehmen ins digitale Gespräch bringen möchten, werden Sie früher oder später mit einigen Begriffen konfrontiert, die nicht immer scharf voneinander zu trennen sind und die gerne wild durcheinander geworfen werden. Für die Entwicklung einer Unternehmensstory oder einer Marketingstory ist es jedoch wichtig, sich vorab im Begriffsdschungel zu orientieren, damit Sie die Umsetzung planen und geeignete Dienstleister ausfindig machen können.

Kennen Sie den Unterschied?

Bringen wir also etwas Licht in das Begriffsdickicht. Bitte beachten Sie aber: In der recht jungen Storytelling-Disziplin gibt es noch deutliche Suchbewegungen und die Erzählformen verschmelzen ineinander. Deshalb sind die Definitionen eher als Zwischenstand, denn als unumstößliche Wahrheit zu verstehen. Die Tabelle am Ende des Beitrags kann Sie dabei unterstützen, die passende digitale Erzählform für Ihre Kommunikationsziele auszuwählen.

Traditionelles
Storytelling

Die traditionelle Erzählweise benötigt nur ein Format (Text, Grafik, Video, Audio). Die Story wird linear aus der auktorialen (allwissenden) bzw. subjektiven Perspektive erzählt. Die Rolle der Rezipienten ist passiv – sie konsumieren die Inhalte, ohne Möglichkeit sich einzubringen.

Digitales
Storytelling

Dieser Begriff beschreibt ganz allgemein das Geschichtenerzählen mithilfe von digitalen Mitteln: Text, Bild/Grafik, Audio und Video. Das Ziel ist, die Rezipienten zu aktivieren und ins Erzählen einzubinden, um die Verweildauer auf der Website zu erhöhen, Loyalität zu erzeugen und die Weiterempfehlungsrate zu verbessern.

Multimediales
Storytelling

Multimediales Storytelling ist eine Form, die vor allem im journalistischen Umfeld eine Rolle spielt, und zwar in Form der Multimedia-Reportage. Die Geschichte wird linear erzählt und dabei werden unterschiedliche digitale Mittel eingesetzt, wie zum Beispiel Text plus Infografiken, Audio plus Text oder eine Kombination aus allen denkbaren Formaten. Die Multimedia-Reportage kann auch interaktive Elemente enthalten, wie zum Beispiel Maps.

Dynamisches
Storytelling

Beim dynamischen oder auch Liquid-Storytelling sind die Rezipienten aufgefordert, die Geschichte weiterzuerzählen. Die Geschichte muss also so konzipiert sein, dass sie fortgeschrieben, ausgeweitet und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden kann sowie in unterschiedlichen Kommunikationskanälen (nicht nur in digitalen) funktioniert. Die Beteiligung der Rezipienten kann zum Beispiel in Form von Contentwettbewerben, Fotowettbewerben oder webbasierten Rollenspielen organsiert sein.

Crossmediales
Storytelling

Beim crossmedialen Storytelling wird eine Originalgeschichte in unterschiedliche Formate übertragen: Ein Buch wird zum Film, zum Hörbuch, zum Spiel, zur App oder zum Digital-Game. Dabei entstehen in sich geschlossene Erlebniswelten, die getrennt voneinander funktionieren. (Beispiel: Google Ingress)

Transmediales
Storytelling

Beim transmedialen Storytelling – der Königsdisziplin (und der am schwersten umsetzbaren) – wird die Linearität der Storyline aufgebrochen zugunsten eines Story-Universums, das parallel erzählt werden kann. Die Autorität des Geschichtenerzählers wird abgelöst und durch multiple Erzähler ersetzt, die über mehrere Medien hinweg Inhalte auf verschiedenen Verteilungskanälen erzeugen. Dadurch entsteht das Erlebnis einer einheitlich koordinierten Unterhaltung. Diese Form des Storytellings gilt als die zukunftsträchtigste. Das Ideal sieht so aus: Jedes Medium trägt seine einzigartige Erzählweise und -haltung zum Gesamterlebnis bei. (Beispiel: Tribute von Panem)

Kommunikationsziele und Erzählformen von Storytelling

Storytelling Erzählweise Erzählperspektive Interaktivität Besonderheit Kommunikationsziele
traditionell linear / nonlinear auktorial, personal, subjektiv nein nutzt nur ein Format Information, Unterhaltung
multimedial linear auktorial, personal, subjektiv nicht obligatorisch gut geeignet für Webreportagen Information, Unterhaltung, Viralität
dynamisch nonlinear multipel ja Ausweitung, Fortschreibung der Geschichte durch Rezipienten angestrebt Unterhaltung, Interaktion, Viralität, Community-Building
crossmedial linear auktorial, personal, subjektiv nicht obligatorisch in sich abgeschlossene Erlebniswelten Information, Unterhaltung, Viralität, Community-Building
transmedial nonlinear multipel ja schafft ein Story-Universum Information, Unterhaltung, Viralität, Community-Building

*Die Autorin: Silke Jäger hat sich auf Storytelling und Corporate Blogs im Gesundheitsmarketing spezialisiert. Sie arbeitet als Texterin in Marburg. www.silke-jaeger.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Im folgenden Kommentar-Feld können Sie uns und anderen Nutzern Ihre Ansicht zum Thema mitteilen. Es ist erforderlich, dabei Name und E-Mail-Adresse anzugeben. Beides wird nicht veröffentlicht. Ihre IP-Adressen wird auf Grundlage unserer berechtigten Interessen im Sinne des Art. 6 Abs. 1 Buchst. f. DSGVO gespeichert. Das geschieht zu unserer Sicherheit, falls jemand in Kommentaren und Beiträgen widerrechtliche Inhalte hinterlässt (Beleidigungen, verbotene politische Propaganda, etc.). Dann können wir selbst für den Kommentar oder Beitrag belangt werden und sind daher an der Identität des Verfassers interessiert. Weitere Einzelheiten zum Umgang mit Ihren Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.