Recherchestrategie – Abwechslung bei der Suchmaschine empfohlen

Nutzen Sie auch immer „Ihre“ Suchmaschine? Und ist das meist Google? Wenn Sie beides mit „ja“ beantworten, stehen Sie nicht allein. Vieles spricht für Google, in erster Linie, die schier unfassbare Menge Daten, die dort im Index sind. Der Index ist nämlich einer der Hauptgründe, die Suchen erfolgreich oder weniger erfolgreich aussehen lassen. Je mehr Websites und Seiten in einem Index registriert sind, desto besser die Treffer. So die einfache Rechnung. Die stimmt – und auch wieder nicht ganz; andere Faktoren beeinflussen die Ergebnisse ebenfalls. Außerdem gibt es ja noch andere Suchmaschinen. Einige davon greifen auf den Google-Index zurück, andere haben einen eigenen.

Wie kommen Seiten in den Index von Suchmaschinen?

Suchmaschinen durchsuchen permanent das Web und listen fast alles in ihren Index. Dabei folgen sie einfach Links – so wie wir es ja auch machen, wenn wir mal ziellos vor uns hinsurfen. So hangelt man sich durchs Netz – nur dass die Crawler der Suchmaschinen dabei alles auslesen und relevante Informationen verbunden mit der Webadresse, der URL, in den Index packen. Wenn Sie sich nun vorstellen, wie riesig das Internet ist, ist die Nachricht, dass dieses Verfahren nicht alles abdecken kann, vielleicht nicht mehr so erstaunlich. Je nachdem, wo im Web man mit dem Crawlen beginnt, können anderen Bereiche nicht durch Linkverbindungen erreicht werden – und seien sie noch so komplex. Das allein ist schon ein Grund, hin und wieder auf eine andere Suchmaschine als Google zurückzugreifen. Keine kann das ganze Netz abbilden, aber sie können sich ergänzen.

Wie die Suchmaschinen die gefundenen Inhalte in ihren Index einbinden, variiert ebenfalls. Sie nutzen unterschiedliche Algorithmen und im Vorfeld, der Programmierung, stehen unterschiedliche Interpretationsmuster. Denn schließlich stehen letzten Endes immer Menschen hinter den neutral erscheinenden Suchmaschinen – und die können in der Regel nicht aus ihrer Haut. Das ist übrigens in manchen Bereichen wörtlich zu nehmen; mangelnde Diversität – sprich: der Umstand, dass viele weiße Männer beteiligt sind – wirkt sich tatsächlich auf die Algorithmen aus. Und damit auf die Suchergebnisse.

Wie sortieren Suchmaschinen die Ergebnisseiten?

Auch das Ranking der Ergebnisseiten variiert je Algorithmus. Da wir dazu neigen, nicht über die ersten fünf Treffer hinaus zu schauen, kann diese unterschiedliche Anordnung auch derselben Ergebnisse durchaus andere Treffer in den Blick rücken. Auch das also ein Grund, mal die Suchmaschine zu wechseln. Oder die Ergebnisliste etwas weitern zu verfolgen.

Andere Faktoren fürs Ranking sind:

  • Das eigene Nutzungsverhalten – je nach Browser oder Einstellungen im Browser werden unterschiedliche Nutzungsdaten gespeichert und zur „Bewertung“ von Ergebnissen hinzugezogen.
  • Das benutzte Gerät – es ist nicht egal, ob Sie mit Ihrem PC, Ihrem Smartphone oder einem Tablet suchen; die unterschiedliche Bildschirmgröße und ggf. auch die unterschiedlichen Privatsphäreeinstellungen auf den verschiedenen Geräten fließen ins Ranking ein.
  • Die Popularität einiger Seiten – also das Nutzungsverhalten der breiten Masse; die meisten Suchanfragen sind schon gestellt worden und die Suchmaschinen werten aus, welche Ergebnisse dann am häufigsten angeklickt wurden und die landen dann weiter oben.

Welche Suchmaschinen gibt es denn?

Die Vielzahl ist groß – die Vielzahl der Indexe nicht ganz so groß. Das liegt daran, dass z. B. Bing oder Google hinter manch anderem Suchmaschinenangebot stecken . Google „beliefert“ unter anderem: Startpage, Ask, und die Portale von web.de, Telekom und GMX. Bing steht hinter Yahoo, Fireball und Lycos. Aber auch bei solcher Zusammenarbeit kann ein Wechsel zu einer der genannten Suchmaschinen nützlich sein:

  • Startpage speichert im Gegensatz zu Google selbst keine IP-Adresse – Ihr Nutzungsverhalten wird nicht berücksichtigt.
  • Die Algorithmen für die Ausgabe der Suchergebnisse bei den Portalen variieren oft gegenüber der Quelle.
  • Yahoo bietet im Gegensatz zu Bing eine erweiterte Suche.

Konkrete Vorschläge zum Testen

Der Wechsel von Suchmaschinen ermöglicht andere Ergebnisse bei der Recherche.
Vergleichen Sie die Trefferlisten bei derselben Suchanfrage zwischen

  • Google und Bing
  • Smartphone und PC
  • Google, Startpage und bspw. dem Freenet-Portal
  • Yahoo und Bing
  • Yahoo und Google (in erweiterter Suche).

Hier meine Beispielrecherche vom 28.8.18 mit den Suchbegriffen „Marketing, viral, Strategie“ – immer die ersten fünf Treffer mit Kurztitel zum Vergleich.

Mein Tipp: Suchen Sie sich eine ergänzende Suchmaschine zu Ihrer Standardsuchmaschine aus und wechseln Sie auch im Alltag immer mal wieder.

Weiterführender Hinweis

  • Dirk Lewandowski: Suchmaschinen verstehen, Springer Verlag, 2018, S. 166.

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