Einfache interaktive Inhalte für multimediales Lernen erstellen

Virtuelles Lernen steht oft genug vor dem Engagement-Problem. Während in einer Präsenzsituation selbst ein dröges Thema von der Referentin oder dem Referenten engagiert vorgetragen wider alle Erwartung spannend werden kann, bleibt es dröge, wenn man sich in einem Web-based-Training durch monotone Video-Text-Sequenzen klicken muss.  Engagement in Lernsituationen besteht nach Clark und Mayer (2011) aus zwei Teilen, dem Verhaltens-Engagement und dem psychologischen Engagement. Beide müssen nicht notwendig zusammenkommen damit gelernt wird. Hohes psychologisches Engagement ist jedoch die Grundvoraussetzung und Verhaltens-Engagement (das man im virtuellen Kontext auch mit Interaktivität übersetzen kann) ist so etwas wie das Sahne-Häubchen. Kommen beide zusammen, kann spielerisches Lernen entstehen. Damit beides beim virtuellen Lernen zusammenkommt, braucht es didaktische Kreativität und technische Unterstützung. Für die technische Unterstützung bietet die Online-Plattform H5P eine umfangreiche Sammlung.

Was bietet H5P dem Anwender?

H5P ist eine Online-Plattform und Plugin für bestehende Publishing-Systeme und ermöglicht, interaktive Inhalte in Form von Videos, Präsentationen, Spielen, Quizzes und mehr zu erstellen. Derzeit unterstützt H5P WordPress, Moodle und Drupal. Das Angebot basiert auf Open Source und ist kostenlos nutzbar. Von der umfangreichen Sammlung an Formaten für multimediales Lernen sollen hier nur ein paar herausgegriffen werden:

  • Kurspräsentationen: Sie bestehen aus Folien mit Multimedia, Text und vielen verschiedenen Arten von Interaktionen wie interaktive Zusammenfassungen, Multiple-Choice-Fragen und interaktiven Videos. In den Kurspräsentationen können die Lernenden neue interaktive Lernmaterialien erleben und ihr Wissen und Gedächtnis testen. Eine einfache Anwendung könnte sein, Folien zur Einführung eines Themas zu verwenden und diese mit einigen weiteren Folien zu ergänzen, in denen das Wissen des Benutzers getestet wird. Kurspräsentationen können aber auch für die Simulation benutzt werden, bei der die Nutzenden Entscheidungen über die Navigationstasten auf den Folien mitteilen und dann die Folgen der Entscheidungen erkennen.
  • Interaktive Videos: Hier können Videos von interaktiven Sequenzen unterbrochen werden, in denen das bis dahin erworbene Wissen abgefragt wird. Das kann z. B. mittels Multiple-Choice- oder Drag & Drop-Fragen geschehen. Es stehen aber auch andere Formate zur Verfügung. Alle Fragetypen können so konfiguriert werden, dass sie adaptives Verhalten zeigen. Je nachdem ob eine Antwort richtig oder falsch war, werden die Nutzenden an eine  andere Stelle im Video geführt.
  • Interaktive Markierungen im Bild (Hotspots): Bestimmte Bereiche in einem Bild können markiert werden. Auf diese Weise lassen sich zusätzliche Informationen interaktiv hinterlegen. Wenn der Benutzer einen Hotspot drückt, wird ein Pop-up mit einer Kopfzeile und Text oder Video angezeigt.
  • Testformate zur Wissensabfrage: Beeindruckend sind die vielfältigen Möglichkeiten, wie das Wissen abgefragt werden kann. Darüber hinaus lassen sich die Fragemöglichkeiten zu einer umfassenden und abwechslungsreichen „Klassenarbeit“ zusammenstellen.
  • Lernhilfen: Für die Lernenden können aber auch Lernhilfen wie z. B. Lernkarten erstellt werden.

Auf den Punkt gebracht

Clark & Mayer (2011): E-Learning and the Science of Instruction, Pfeiffer (Google Scholar)