Death by Content-Shock – Steht das Content-Marketing vor dem Aus?

Wald

In Zeiten, in denen der Content-Shock durch die Netzkabel geistert, müssen sich die allermeisten B2C-Unternehmen damit auseinandersetzen, dass ihr Content nicht nur einer unter vielen, sondern einer unter massenhaft vielen ist. Beobachter sind sich einig, dass vor diesem Problem in Zukunft allenfalls ausgefallene Nischenthemen noch sicher sind. Alle anderen haben die Wahl zwischen Schlagzahl erhöhen oder Content optimieren. Immer eine gute Investition ist es jedoch, die persönliche Beziehung zu den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen.

Ein automatisiertes Content-Marketing ist effizient …

Kleine und mittlere Unternehmen, die darauf setzen, mit guten Inhalten im Netz zu überzeugen, tun dies in der Regel mit Blogs und Themenmagazinen. Diese Netzangebote funktionieren als Basisstationen für firmeneigenen Content. Ausgeklügelte Verteilmechanismen im Rahmen des Contentmarketings sorgen mittlerweile bei vielen dafür, dass Social-Media-Kontakte, Kunden und Partner systematisch und automatisch mit Neuigkeiten beliefert werden.

Eine zum Unternehmen und den Unternehmensinhalten passende Contentmarketingstrategie legt zuvor fest, welche Kontakte wann, welche Inhalte bekommen. Eine solche Contentmarketingstrategie zu entwickeln und umzusetzen ist ein sehr komplexer Vorgang, in den viele Abteilungen eingebunden sind. Die einzelnen Schritte sind deshalb sehr gut durchgeplant und werden mit Unterstützung von Software-Tools organisiert.

Dagegen ist nichts einzuwenden. Es ist ein effektiver und effizienter Prozessablauf, der sicherstellt, dass sich die Investitionen für guten Content auch rechnen:

  • besseres Suchmaschinenranking,
  • mehr Social Impacts, mehr Besucher,
  • mehr Käufer.

Doch dieses Vorgehen ist nicht nachhaltig. Immer mehr Inhalte konkurrieren um die Aufmerksamkeit des Publikums. Es kommt zum Content-Shock.

Content-Shock

… die Pflege persönlicher Beziehungen aber ist nachhaltig.

Beziehungsaufbau und-pflege hingegen wirken nachhaltig: Nicht nur die Kunden, die mit Produkt und Service zufrieden sind, kommen wieder und bleiben, sondern auch diejenigen, die den Eindruck haben, dass sie persönlich wichtig sind für das Unternehmen – dass sie willkommen sind und ihre Anliegen ernst genommen werden.

Unter diesen Vorzeichen kann eine Contentdistribution klug sein, die nicht vollautomatisiert abläuft, sondern Spielräume lässt. Das heißt nicht, auf Automatisierung vollends zu verzichten, sondern das heißt, Prozesse dort zu automatisieren, wo Ressourcen geschont werden können und müssen, um an anderer Stelle persönliche Beziehungspflege in den Vordergrund stellen zu können. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) können so mit dem punkten, was ihnen sowieso schon im Vergleich zu größeren Unternehmen und international aufgestellten Konzernen besser gelingt: mit persönlicher Ansprache, mit langfristig ausgerichteten Mensch-zu-Mensch-Kontakten und mit Flexibilität in Bezug auf Kundenwünsche.

Alternativen zur vollautomatisierten Contentdistribution

Die folgende Liste soll KMUs dabei helfen, sich auf die Distributionsmaßnahmen ihrer Inhalte zu besinnen, die ihren Stärken entsprechen. Sie sind aufwendiger in der Umsetzung, zugegeben, aber genau dadurch entsteht ein entscheidender Unterschied: Der Mensch dahinter wird greifbar.

 

Maßnahme

Umsetzung

Plus für Beziehungs-
aufbau und -pflege

Personalisierung des Contents
  • Kurzinformationen zu Autor/-in beifügen
  • konkrete, personalisierte Beispiele (Dokumentationsstil)
  • Vorstellung einzelner Mitarbeiter/-innen und Abteilungen
  • Dialogpartner im Unternehmen werden sichtbar
  • Dokumentationen werden emotionalisiert
  • abstrakte Informationen werden konkreter und bekommen einen „Mentor“
Bloglink auf Startseite der Website
  • Layoutelement verweist auf Blog und/oder neuesten Blogeintrag
  • einfacher Zugang zum Blog
Vernetzung mit Blogs zum gleichen Thema
  • „Partner“-Blogs identifizieren und in Blogroll aufnehmen
  • auf interessante Artikel anderer Themenblogs verlinken (Contentkuration)
  • Aufbau und Pflege eines kollegialen Netzwerks
  • „First give – than Take“-Gedanke sorgt für Unterstützung beim Verbreiten der eigenen Inhalte
Gastbeiträge und Blogparaden
  • Gastbeiträge für Partnerblogs schreiben (Kooperationsmarketing für sich ergänzende Inhalte)
  • Gastbeiträge von Partnerblogs veröffentlichen
  • an thematisch passenden Blogparaden teilnehmen
  • Beziehungen zu Unternehmen, die sich als Kooperationspartner eignen (ergänzende Leistungen, Projektpartnerschaften) vertiefen
  • Leserstamm erweitern durch gegenseitige Empfehlungen (Verlinkungen, Contentkuration) der Partner
Blogposts bei LinkedIn, Medium, Facebook
  • eigenständige Beiträge auf Plattformen und Social-Media-Kanälen veröffentlichen
  • Leserstamm erweitern durch Nutzung der höheren Reichweite
Verteilung in  viele Hände legen: Kollegen einbinden
  • neue Beiträge werden von vielen Mitarbeitern an eigenes Netzwerk verteilt (Verteilung der Beiträge nicht allein durch eine/-n Mitarbeiter/-in Marketingabteilung)
  • wirkt als persönliche Empfehlung der Mitarbeiter, da eigene Kontaktnetze genutzt werden

 

E-Mail-Marketing: Newsletter, Signaturen
  • Newsletter anbieten, der Blogbeiträge eines bestimmten Zeitraums / zu einem bestimmten Thema / etc. zusammenfasst
  • Bloglink in Unternehmenssignatur aufnehmen
  • Leser werden klassisch mit News beliefert (Push-Distribution)
  • Firmenkontakte werden kontinuierlich auf Blog aufmerksam gemacht
Flankierende Pressemitteilung, die Link zum Blogpost enthält
  • für besonders interessante Inhalte des Blogs eine zusätzliche Pressemitteilung in Online-Presseverteiler einstellen
  • Leserstamm wird erhöht
  • Journalisten identifizieren interessante unternehmenseigene Inhalte als Recherchequelle bzw. Anknüpfungspunkt
Fachforen
  • Mitarbeiter, die in Fachforen aktiv sind, können Links zu nützlichen Bloginhalten als Diskussionsinhalte einsetzen (vorsichtig dosieren)
  • Fachdiskussionen mit nützlichen Inhalten mitgestalten (vertrauensbildend)
Downloads anbieten mit Pay-with-a-Tweet-Anreize zum Teilen
  • Whitepaper und eBooks als Download anbieten und einen Tweet/Post als Bezahloption einrichten
  • zusätzlich Newsletterbonnenten akquirieren
  • Lesern einen zusätzlichen Nutzen bieten
  • Leser zeigen sich gern erkenntlich, wenn sie etwas geschenkt bekommen
  • Leser als Botschafter für eigene Unternehmensinhalte gewinnen
Hashtags etablieren
  • Hashtags kreieren und verbreiten (Kampagne)
  • in E-Mail-Signatur, auf Website etc. nutzen
  • Hashtags kürzen Informationen ab und kommen Menschen mit Zeitmangel entgegen
  • Hashtags funktionieren wie Bookmarks für bestimmte Dienste (besonders Twitter)
Influencer gezielt einbeziehen
  • Markenbotschafter (begeisterte Kunden) identifizieren und Anreize zum Weiterverteilen schaffen
  • Markenbotschafter sind besonders treue Kunden und genießen Vertrauen in ihren eigenen Netzwerken und Communities
Link zum Blog in andere Image-materialien und Geschäftsausstattung
  • Bloglink und Hashtags auf Flyer, in Broschüren und auf Visitenkarten drucken
  • Blog wird als Kontaktpunkt wahrgenommen
Kundengeschenke
  • Grußkarten anlässlich von Geschenken zum Geburtstag oder Jubiläen von Kunden können einen Link zum Blog enthalten
  • persönliche Grüße werden meist aufmerksam gelesen und transportieren Wertschätzung

1 Kommentare

  1. Pingback: Defibrillator gegen den Content-Infarkt - Serviceplan Blog

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